| Das Dorf Wilten und seine Bauten vor 200 Jahren - Teil 2 |
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Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte dieses heutigen Stadtteiles von Innsbruck Dr. Franz-Heinz Hye Teil2 Nun folgte das durch seine markante Eckengestaltung noch heute auffallende Wohnhaus des Arztes Dr. Franz Kaspar von Eglof. Hier weitete sich die Straße zu einem dreieckigen, gegen Süden durch zwei nicht mehr bestehende Bauernhöfe abgeschlossenen Platz. Es war dies der obere Dorfplatz, von welchem gegen Osten - wie noch heute die Neurauthgasse abzweigte. Als erstes dieser zwei Gehöfte mußte 1839 das Haus des Bartlme Kandler der Anlage der neuen Brennerstraße Platz machen. Ihm folgte 1966 auch der Brunnenbauernhof, welcher 1777 dem Gabriel Mayr zu eigen war In der Mitte des Platzes, nördlich vor dem Brunnenbauern, plätscherte ein schöner Dorfbrunnen, welcher sein Wasser aus einer Quelle am Fuße des Bergisels bezog, von wo die Platznachbarn eine eigene Holzleitung hieher erbaut hatten. Von diesem Brunnen hat sich ein sehr wesentlicher Teil bis in unsere Tage erhalten. Es ist die einstige Brunnenfigur, eine barocke Holzplastik, welche die hl. Gottesmutter als Immaculata darstellt. Heute befindet sich diese Figur unweit ihres einstigen Standortes an der Südwand des Ansitzes Straßfried (HNr. 53) im Besitz der Glockengießerei Grassmayr. Nördlich dieses Platzes setzten dann beiderseits der heutigen Leopoldstraße zum Teil schon geschlossene Häuserreihen ein. Linker Hand kam zuerst das noch heute frei stehende Haus des Simeon Haaß (HNr. 58). Hierauf folgten in geschlossener Reihe sechs Häuser folgender Besitzer: Gabriel Mayr (HNr. 56), Joseph Haidacher u. Margaretha, geb. Weger (HNr. 54: mit Bierausschank Gerechtigkeit), Paul Stainer (HNr.), Geschwister Maria und Anna Guggenberg (HNr. 50), Andreas Jaufenthaler (HNr. 48: "samt zwey Tuchlaaden"), sowie Agnes Alt (HNr. 46). Das nächste Gebäude stand wieder frei. Es war die im 2. Weltkrieg zerbombte, im Jahre 1726 vom Stift Wilten begründete und 1777 noch immer im Besitz des Kloster befindlich gewesene Wirtsbehausung zum "Neuhaus", wo im 19. Jahrhundert bis zum Bau des ersten Wiltener Schul_ und Gemeindehauses 1890/92 (Leopoldstraße 15) häufig Sitzungen des Wiltener Gemeindeausschusses stattgefunden haben. Im Garten westlich hinter dem Gasthof befand sich übrigens der 1849 eröffnete (zweite) Wiltener Gemeinde-Schießstand . Nun folgten das Haus des Johann Larcher mit einem "Salzlaadele" (HNr. 40) und jenes Paul Haideggers (HNr. 38), welches das Ende dieser Häuserreihe bildete und zugleich zum unteren Dorfplatz überleitete. Wie am oberen Dorfplatz, so stand auch in der Mitte des unteren Dorfplatzes ein fließender, öffentlicher Brunnen. Dieser erhielt sein Wasser aus der Mandelsberger Interessentschaftsleitung, welche ursprünglich im Jahre 1573 als landesfürstliches Wassergeleit vom Wald oberhalb des Mentelberger Hofes herunter zum Bauvorgänger des heutigen Tiroler Landhauses (Maria-Theresien-Str. 43) verlegt und, nachdem sie vom Hofe nicht mehr benötigt worden war, am 21. Juni 1680 von Kaiser Leopold 1. an die Nachbarn im unteren Dorf zu Wilten und an jene in der Innsbrucker Vor- oder Neustadt verliehen worden ist. Die südliche Begrenzung des Platzes bildeten nur zwei Häuser, nämlich das, "mit einer Lewzelter- und Wachspossiererey-Werkstatt' versehene Haus Franz-Fischer-Gasse 1 des Michael Fankhauser und jenes Joseph K rallingers "samt Huefschmiedswerkstatt" (Franz-Fischer-Gasse 3), hinter welchem sich noch das Wohnhaus des Barthlme Pittl verbarg. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle, daß das Haus Franz-Fischer-Gasse 3 dank des Verständnisses seines Besitzers bis zum heutigen Tage seine alte Gestalt bewahrt hat und so als einziges am Platze daran erinnert, daß hier einst mit einer Ausnahme (= Welsberg-Schlößl bzw. "Oberrauch") nur Bauernhäuser gestanden sind. Die Nordseite des unteren Dorfplatzes wurde von Westen nach Osten durch vier freistehende Häuser gebildet: Durch das Haus des Joseph Strickner und seiner Gattin Elisabeth, geb. Hörtnagl (Franz-Fischer-Gasse 8, derzeit unverbaut), durch den weit hinter der Straßenlinie sich erhebenden Bauernhof des Regimentsrates Joseph Anton von Schnell (- Franz-Fischer-Gasse 4), durch das Haus der Erben nach Joseph Hofmann ( Franz-Fischer-Gasse 2) und durch jenes des Gall Hilber (HNr. 36).
Die im Jahr1765 von der Stadtgemeinde Innsbruck errichtete Triumphpforte erhebt sich wenige Meter südlich der Alten Gemeinde- und Gerichtsgrenze zwischen Innsbruck und Wilten Mit dem breit ausladenden Wohnhaus Leopoldstraße 32, welches zugleich die Westflanke des kleinen Platzes beim Ansitz Liebenegg bildet, setzte sich die Reihe der Häuser längs der alten Landstraße fort. Es war 1777 zweigeteilt, wobei Peter Romanin als Inhaber des südlichen und Johann Jakob Schmuck als Besitzer des nördlichen Hausteiles aufscheinen. Im Erdgeschoß des Romanin'schen Anteiles befand sich übrigens ein "Materialisten-Laadele", worunter wir sicherlich kein Einkaufszentrum für gesinnungsmäßige, "Materialisten", sondern eine Art Gemischtwarenhandlung vermuten dürfen. Diesem Gebäude folgten auf der westlichen Seite der Leopoldstraße damals nur noch das durch seine Eckerker angenehm auffallende Wohnhaus des Gubernialsekretärs Joseph Anton von Riebo (HNr. 30), sowie als das nördlichste an dieser Straßenseite Haus Nr. 22, welches sich damals im Eigentum des Licentiaten der Rechte Johann Kasimir Milbacher befand. Von hier bis hinunter zur Triumphpforte dehnte sich um 1777 noch unverbautes Wiesen- und Ackerland. Der Vollständigkeit halber muß jedoch daran erinnert werden, daß auch die im Jahre 1765 aus Anlaß der Vermählung des nachmaligen Kaisers Leopold 11. bzw. zur Begrüßung seiner kaiserlichen Eltern Franz 1. Stephan und Maria Theresia von der Stadtgemeinde Innsbruck errichtete Begrüßungs-, Ehren- oder Triumphpforte zu den Baulichkeiten Wiltens gezählt werden muß, zumal sie wenige Meter südlich der Grenze zwischen Wilten und Innsbruck steht und sich auf Wiltener Grund und Boden befindet; näheres darüber vgl. bei Franz-Heinz Hye, Innsbruck. Geschichte und Stadtbild bis zum Anbruch der Neuen Zeit. = 2. Sonderband der Tiroler Heimatblätter, 55. Jg., Ibk. 1980, S. 96 ff.). An der Ostseite der Leopoldstraße erstreckte sich im Jahre 1777 von der Triumphpforte bis hinauf zum Hause Leopoldstraße 21 die weite und unverbaute Fläche des HI. Geist-Angers, an welche Flurbezeichnung heute nur noch der Straßenname, "Hl. Geist Straße" erinnert. Der betreffende Anger dürfte sich vermutlich einst im Besitz des Innsbrucker Stadtspitals zum Hl. Geist befunden haben. Seine östliche Begrenzung bildete der Sillkanal. Mit dem genannten Haus Nr. 21 (heute Weinhaus Steneck), welches sich damals in der Hand des Johann Kleissl befunden hat, war übrigens bereits vor 200 Jahren ein "Specerey Ladele und Bierschanksgerechtigkeit" verbunden Bis hinauf zum Platzl folgten nun wie noch heute drei Häuser, als deren Besitzer Joseph Mallknecht (HNr. 23 mit "Kramerlylaaden"), Elisabeth Singer (HNr. 25) und Johann Peer (HNr. 27) genannt werden. Im zuletzt genannten Eckhaus war 1777 und noch lange danach eine laut Otto Stolz Der stattliche Ansitz "Liebenegg" - privilegiert 1601 - beherrscht die Südseite des Wiltener Platzls und stellt zugleich die Verbindung zum Kaiserschützenplatz dar.
Der Gasthof "Oberrauch" (Welsberg-Schlößl). Die Dort angebrachte Gedenktafel erinnert an die Erhebung Tirols im Jahre 1809. bereits seit 1428 nachweisbare "Huefschmiedt-Werkstatt" untergebracht, ein grobes Handwerk also, welches man in diesem vermutlich wenig später im Stil des Biedermeier umgebauten Hause gar nicht vermuten würde. An dieser Stelle muß auch darauf hingewiesen werden, daß dieses Haus unter den Bauten Innsbrucks einen ähnlichen Platz einnimmt, wie das eingangs erwähnte ehemalige Leuthaus (Klosterg. 1). Was nämlich letzteres für die profane Gotik Innsbrucks bedeutet, dasselbe kann bezüglich des Innsbrucker Biedermeier von diesem reizenden Eckhaus behauptet werden: Es gibt in der ganzen Stadt kein zweites gleichartiges Gebäude. Die Ostseite dieses Platzes, der zum Unterschied vom unteren Dorfplatz schon damals baulich vollständig entwickelt war, wurde wie heute von den Häusern Leopoldstraße 31 und Liebeneggstraße 1 gebildet, als deren Besitzer der Kataster die Erben nach Josef von Zoller (HNr. 31) und Andreas Jaufenthaler (HNr. 1) nennt. Vergegenwärtigt man sich, daß in letzterem Hause ein" Specerey_ und Tuchladele", im Haus dahinter (HNr. 29) eine Schlosserwerkstatt, im vorerwähnten Eckhaus Nr. 27 eine Hufschmiede sowie in den ebenfalls bereits genannten Häusern Nr. 32, 21 und 23 kleine Handelsgeschäfte untergebracht waren, so erkennt man, daß dieser Platz beim Ansitz Liebenegg um 1777 der Mittelpunkt von Handel und Gewerbe des Dorfes Wilten gewesen ist. Seine Südseite wird von einem der schönsten Ansitze unserer Stadt, dem Ansitz"Liebenegg" gebildet: Am 23. Juni 1601 von Kaiser Rudolf Il. zum adeligen Freisitz namens "Liebenegg" erhoben, befand sich diese gegen Ende des 16. Jahrhunderts anstelle eines alten Bauernhofes erbaute "Herrschaftsbehausung" 1777 im Besitz der Gräfin Karoline von Clari_Aldringen (Liebeneggstr. 2). Zum Ansitz gehörte auch ein kleines Bauernhaus, welches östlich an den Ansitz anschloß (HNr. 2a), sowie der sogenannte "Suster_Anger", welcher zurück bis zur Karmelitergasse reichte und rundum von einer Gartenmauer umgeben war. Auch der nächstfolgende Nachbar im Süden war ein Adelsbau. Es ist der heutige Gasthof Oberrauch (HNr. 35). Dieses vor 1640 erbaute, jedoch nie zum adeligen Ansitz erhobene "Schlößl" gehörte bis 1734 zum eben erwähnten Ansitz und Gut Liebenegg. Nachdem es sich jedoch von 1734 bis 1793 im Besitz der Grafen von Welsberg befunden hat, wurde es im Kataster von 1777 als "Herrschaftsbehausung" und im sonstigen Sprachgebrauch häufig als das "Welsberg Schlößl" bezeichnet. Der Ansitz "Straßfried" - privilegiert 1579 - , seit 1835 Sitz der Glockengießerei Grassmayr
Das ehemalige Gasthaus "Stiegele" am östlichen Ende der Neurauthgasse, knapp neben dem Sillkanal; heute verläuft hier ein Teil der Konzert-Kurve der Arlbergbahn Daß es sich dabei aber nicht um ein altes Adelsgut, sondern eben nur um ein kleines aus dem Liebenegg-Gut abverkauftes Grundstück handelt, ist auch daraus ersichtlich, daß es nur über einen im Verhältnis zum Susteranger kleinen Garten verfügt hat. Ganz andere Ausmaße hatte hingegen der südlich anschließende Besitz der Grafen von Troyer (HNr. 39, 45_53). Dazu gehörte nämlich nicht nur die gesamte Grundfläche zwischen der Leopoldstraße und dem Sillkanal bzw. zwischen dem gräflich Clarischen Susteranger und den Häusern an der Neurauthgasse, sondern dazu gehörten auch nicht weniger als sechs Häuser. Im einzelnen waren dies das Haus Nr. 39, das sogenannte "Baaderhauß" (HNr. 45), das"Weberhaus," (HNr. 47) und das"Tischlerhaus" (HNr. 49), weiters das beim Bau der ersten Arlbergbahn um 1881 abgerissene Haus Nr. 51, sowie der adelige Ansitz"Straßfried" (HNr. 53). Dieses herrschaftliche Haus wurde mit Urkunde vorn 3. September 1579 durch Erzherzog Ferdinand 11. "zu ainem adelichen Siz gemacht und Straßfried genant" und befand sich gemeinsam mit der eben geschilderten großen Liegenschaft von ca. 1600 bis gegen 1800 im Besitz der Grafen Troyer. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß der eigentliche Ansitz nur aus dem dreistöckigen Hauptgebäude besteht, während die niedrigeren Anbauten erst aus der Zeit nach 1835 stammen, in welchem Jahre das Haus in den Besitz der Glockengießerei Grassmayr gelangte. 5 Dieser Ansitz bildete übrigens bis zum Bau der neuen Brennerstraße (1839) die ostseitige Begrenzung des oben geschilderten ehemaligen oberen Dorfplatzes (Abb. 8). Nachdem wir somit Verlauf und Aussehen der alten Landstraße von der Wiltener Pfarrkirche (= Basilika) bis zur Triumphpforte und zurück betrachtet und geschildert haben, können wir uns nun den wenigen alten Seitengassen dieses Straßenzuges zuwenden. 3.) Die Neurauthgasse Das erste Haus an der nördlichen Straßenseite bzw. hinter dem Ansitz Straßfried bildete im Jahre 1777 erst der, "Stetnerhof' des Jakob Praxmarer (HNr. 13), welchem vier weitere Häuser folgten. Als ihre Besitzer werden damals genannt: Johann 1,Crapf (HNr. 15), Joseph Öfner (HNr. 17), Ignaz Kirchmayr (HNr. 21) sowie Peter Pittl und Michael Muessack (HNr. 23). Davon sind heute nur noch die Häuser Nr. 15 und 17 als Altbauten erhalten. Am östlichen Ende dieser Gasse erhob sich schließlich neben einer kleinen Brücke über den Sillkanal die Bierschenke des Michael Raich, das ehemalige Gasthaus zum "Stiegele", dessen Betrieb 1924 eingestellt worden ist. Heute verläuft an seiner Stelle ein Teil der 1953/56 errichteten Konzertkurve. An der Südseite der Neurauthgasse verzeichnet der Kataster von 1777 insgesamt fünf Häuser. Ihre Besitzer waren: Johann Auer (HNr. 2), die Erben nach Andreas Jocher (HNr. 6), Anton Stolz (HNr. 10), Donat Strickner ( HNr. 12) und Johann K Ciechl (HNr. 14). Diese Häusergruppe hat sich noch fast vollständig ihren alten bäuerlichen Hauscharakter erhalten. Das einzige Haus, welches damals als Hinterhaus ein zurückgezogenes Dasein fristen mußte, war jenes des Anton Hehenberger. Es befand sich hinter dem Haus Neurauthgasse 2. Durch den Bau der neuen Brennerstraße 1839/40 wurde seine Lage jedoch schlagartig verändert. Seither trägt es stolz die Hausnummer Leopoldstraße 55: Einmal mehr wurde hier wahr, daß die Letzten die Ersten sein werden! Daß die südseitige Reihe der Neurauthgasse bis 1839 quer über die heutige Leopoldstraße bis hinüber zum Gasthof "Neuwirt" reichte, wurde bereits im vorigen Kapitel dargelegt. 4.) Die Liebeneggstraße An dieser "zur Sill gehenden Gasse" verlief südseitig ab dem Liebenegg'schen Bauernhaus (HNr. 2a) bis hinüber zur heutigen Karmelitergasse lediglich die Gartenmauer des Ansitzes Liebenegg. Diese Mauer folgte sodann ein kurzes Stück der Karmelitergasse gegen Süden und verlief schließlich ungefähr dort wieder gegen Westen, wo heute die südseitige Straßenbegrenzung der im Jahre 1903 angelegten Schidlachstraße verläuft. Es war dies zugleich die Trennungsmauer zwischen den Gütern der Ansitze Liebenegg und Straßfried. An der Nordseite der Liebeneggstraße hingegen erhoben sich im Jahre 1777, abgesehen vom Eckhaus Nr. 1 (vgl. oben), vier weitere Häuser. Als ihre Besitzer werden genannt: Die Braunegger'schen Erben (HNr. 7), Anton Otter (HNr. 11), Joseph Muigg ( HNr. 17) und Maria Poregger ( HNr. 19). Die Gedenktafel am sogenannten "Welsberg-Schlößl"
Die Seit 1315 nachweisbar gewesene "Haid-" oder Engelmühle an der Ecke Salurner-Strasse/Adamgasse (abgebrochen 1907) 5.) Die MentIgasse Diese Gasse, die derzeit bzw. seit dem Abbruch der nordseitigen Häuser Nr. 3 - 13 im Jahre 1979 ein völlig neues Aussehen erhält, war einst die nördlichste Seitengasse der Leopoldstraße. Sie ist auch die einzige unter den Wiltener Straßen, deren Namen bereits im Kataster von 1777 aufscheint und seither nicht abgeändert worden ist. Das erste Gebäude an der Nordseite dieser Gasse war der sogenannte "Papplhuebenhof", dessen stolzer Besitzer damals ein Herr von Stadler war (HNr. 1).
Als nächstes folgte ein weiterer Bauernhof, nämlich jener der Mentelhube, kurz der Mentlhof genannt. Er erhob sich anstelle des Hauses Nr. 5. Als Mentelhueber oder Mentelhofbauer nennt der Kataster Mathias Strickner. Die weitere Verbauung dieser Straßenseite umfaßte 1777 nur noch das Haus Nr. 9 (Besitzer: Thomas Lindebner) und das Eckhaus Nr. 13. Das letztgenannte Haus nimmt übrigens in der Tiroler Kunstgeschichte einen nicht unbedeutenden Platz ein, war es doch das Wohnhaus des bekannten Barockmalers Johann Georg Dominik Grassmayr (1691_1751), dessen schönes Grabdenkmal sich in der Wiltener Pfarrkirche (Basilika) befindet. Der Künstler hat das Haus 1743 erworben, im Kataster von 1777 werden seine Erben als Besitzer des Hauses angeführt (HNr. 13)6. Dieses nun auch abgetragene Haus bildete bis zum 2. Weltkrieg einen markanten Blickfang an der Ecke Mentlgasse/Adamgasse, denn diese Hausecke trug bis dahin noch einen stattlichen, zweigeschossigen Polygonalerker, der jedoch infolge starker Kriegsbeschädigung abgenommen werden mußte. Die Südseite der Gasse war 1777 schon etwas dichter verbaut als die Nordseite. Namentlich gilt dies von der Häuserreihe Nr. 10 bis 14, woran sich etwas hinter der Straßenlinie Haus Nr. 16 anschloß. Als Besitzer dieser Häuser nennt der K ataster Georg jaufenthaler, Anton Paur (HNr. 12), Franz Edenhauser (HNr. 14) und Franz Wilhelm von Wohlgemuth (HNr. 16). Westlich vom Haus Nr. 10 bestand damals noch eine breite Baulücke, deren westliche Begrenzung vom Haus Nr. 4 gebildet worden ist. Diesesbbefand sich zur genannten Zeit in der Hand des Veit Kofler. Übrigens war schon damals mit diesem Hause eine "Bierschanksgerechtigkeit" verbunden. Wie ein Anbau fügte sich schon vor 200 Jahren das Haus Nr. 2 an seinen östlichen Nachbarn an. Im Jahre 1777 war es jedoch in zwei Haushälften geteilt und hatte demnach auch zwei Besitzer. Den vorderen oder nördlichen Teil besaß Elisabeth Mohr, den hinteren Hausteil Dionisius Schwaikofer (CN. 64 u. 65).
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